Kapitel 7

Juli 14, 2007

Als ein riesiger Strauß roter Rosen in das Arbeitszimmer von Frau Dr. Dose, geborene Spalte, getragen wurde, stockte ihr der Atem. Ein kleines Tränchen verließ ihr rechtes Auge und blieb in den Krähenfüßen hängen. Sie freute sich, fühlte sich aber auch alt und hässlich. Sie hatte seit längerem das Gefühl, das Arnfried mit seiner Salami auch andersweitig Einsätze fuhr. Dann merkte sie plötzlich irritiert auf, als sich der Strauß leicht zu bewegen schien. Ihr entfuhr ein kurzer spitzer Schrei, als plötzlich ein südamerikanisch aussehender Zwergwüchsiger aus dem 500 englische Riesenrosen umfassenden Strauß herauskrabbelte und ihr auf portugiesisch (ihrer Lieblingssprache, die sie neben 12 weiteren Sprachen fließend beherrschte) den Inhalt der Karte vorsang, die Dr Dose beigelegt hatte.

Als der kleine Indianer fertig war und ihr etwas schwummerig wurde durch die geilen Zeilen von Arnfried, gab sie ihm eine Handvoll Bonbons und schickte ihn fort.
Ein Schluchzen erfasste ihren grazilen Körper und schüttelte sie. Sie hatte Arnfried verdächtigt und er schickte ihr Rosen und laszive Nachrichten. Was war sie doch für eine erbärmliche Ehefrau. Wie sie Arnfried liebte, ihren stolzen Gatten, ihren adretten Liebhaber und Freund, Weggefährten und Seelenverwandten in einem. Wenn es in dieser Beziehung nicht so gut lief, wie sie es sich wünschte, dann musste es ihre Schuld sein. Sie war zwar eine unglaublich intelligente, sozial engagierte und politisch aktive Frau, liebende Mutter und ehrgeizige, aber dennoch kollegiale und zu allen freundliche Akademikerin, doch sie war eine lausige Ehefrau und sie hasste sich dafür. Wie konnte sie den armen, hart schuftenden Arnfried nur mit solchen abstoßenden, unterstellenden Phantasien in Verbindung bringen. Er machte zahllose Überstunden, auch am Wochenende, nur um seine Familie zu versorgen. Voller Selbsthass kramte sie in Windeseile die kleine braune etruskische Tonscherbe aus ihrer Schreibtischschublade hervor und begann sich hastig damit in den Arm zu schnibbeln…

Im Treppenhaus stieß währenddessen Doktor Dose gedankenverloren mit der Putzfrau zusammen, die von ihm und der darüberliegenden zahnärztlichen Praxis bezahlt wurde. Dabei ging seine Aktentasche auf und die Bilder mit Yolandas massiven Megamöpsen sowie die Aufnahmen der saftigen, gädekeschen Lustfeige fielen zu Boden. Sie guckte ihn erstaunt und fragend an. Dose wurde fürchterlich sauer über die Schusseligkeit dieser russischen Latrinenhexe und gab ihr eine deftige Ohrfeige. Anschließend schubste er sie gegen das Geländer und rang sie zu Boden. Dann setzte er sich so auf ihren Oberkörper, dass seine Beine den Bewegungsradius ihrer kräftigen, acker-erprobten Bauernarme behinderten und fing an, ihr mit seinen Knöcheln über die Kopfhaut zu reiben. Er fühlte sich wie damals in der vierten Klasse, als er mit seinen Freunden immer Jagd auf Erstklässler gemacht hatte und er dann, wenn alle anderen schon von den am Boden liegenden, wimmernden Knirpsen abgelassen hatten, sie noch minutenlang weiter mit dieser schmerzhaften Methode malträtiert hatte, bis eine Lehrkraft kam und ihn von den kleineren Jungs herunterzog.

Die alte Putze plärrte autistisch ihren Klagesang russischer Kinderlieder, da sie sich nicht traute, dem Doktor Gegenwehr zu leisten und sie mit dieser Methode schon damals beim Beerensammeln in der sibirischen Tundra erfolgreich dem Kältetod von der Schippe gesprungen war. Als Dose von ihr abgelassen hatte und sich, nun wieder stehend, den Saum seiner karierten Golfhose zurechtzurrte, glaubte sie ihre Agonie überstanden und ließ ihr schmerzverzerrtes Gebell verstummen. Doch Dose hatte noch nicht genug. Er trat der armen Frau mehrfach kräftig in die Nierengegend, dann beugte er sich zu ihr hinab und bedachte sie mit einem ordentlicher Spritzer aus seiner Pfeffersprayflasche.

Der markerschütternde Aufschrei der Alten ließ ihn schlagartig wieder Besinnung annehmen. Sein Gewaltrausch endete abrupt. Er half der Alten hoch und bot ihr (versehentlich) sein frisch mit Samen besudeltes Taschentuch an, mit dem sie sich kräftig die Augen auswischte.

Kapitel 6

Juli 14, 2007

Später, als Frau Gädecke ihres Weges gegangen war, legte Dr Dose seine strahlendweissen Manolo-Slipper auf den Schreibtisch und drückte mithilfe eines rosafarbenen medizinischen Plastikmodells eines Eileiters, den er zu Demonstrationszwecken auf seinem Schreibtisch aufbewahrte, auf den Rufknopf der Sprechanlage.

- Yasmin! bellte er. Es ist Zeit für meinen Pfefferminztee. Und bringen sie mir bitte auch vier Löffelbiskuits, nach den vier Himmelsrichtungen angeordnet auf einem Tablett. Ich warte…

Kurze Zeit später hüpfte Yasmin mit einem Tablett, welches exakt den Anordnungen des Doktors entsprach in das Behandlungszimmer. Als sie es auf dem schweren Schreibtisch des Doktors abstellte, sagte er:

- Yassi-Hasi, bestellen sie bitte für meine Frau einen Strauss Blumen ins archäologische Institut. Etwas gewagtes aber geschmackvolles. Legen sie diese Karte bei.

Er übergab ihr eine Karte, die folgenden Text enthielt: Meine feurige Stute. Gerne wäre ich bei Dir wie Odysseus bei den Sirenen. Für Dich würde ich allen Zyklopen dieser Welt die Augen und allen Minotauren die Eingeweide verbrennen, nur mit der züngelnden Flamme meiner Liebe, die brennt wie der olympische Vulkan. Bitte lass mich ein in den Tempel deiner Gunst.

Der Doktor wusste natürlich, dass Yasmin die Karte lesen würde. Tatsächlich hatte er sie erstrangig angefertigt, um Yasmins Eifersucht und damit Konkurrenzgeist zu befeuern und sie gleichzeitig in ihre Schranken zu verweisen. Er wußte, das sie ihn nur noch mehr verehren würde und vor Unsicherheit eine schwitzige Arschfalte bekommen würde, was ihm wiederum ein eigenartiges Kitzeln im Bauch verschaffte. Das machte ihn an. Nur zweitrangig war der Text an Luise gerichtet. Der Doktor hatte diese Methode in einem seiner Psychologieseminare namens ‚Indirekte Kommunikation 2‘ kennen und schätzen gelernt.

- Und dann bereiten sie bitte die Praxis und die Patientinnen auf meine Abwesenheit von Donnerstag bis Montag vor, fuhr er bestimmt fort. Ich fahre auf den Scheidenkongress in Barcelona.

Yasmin wurde bleich. Dann nahm sie sichtbar all ihren Mut zusammen und sagte kindlich-vorwurfsvoll:

- Aber Doktor. Wir wollten doch segelfliegen gehn.
- So? Später, Baby, entgegnete Dose Abwesenheit vorspiegelnd, als sei ihm sein Versprechen vom Vortag entfallen und auch nicht so wichtig.

Um diesen Eindruck zu unterstreichen, begann er, geschäftig in der Schublade mit den Werbegeschenken zu kramen. Er fand einen Stressball aus Gummi der Firma Relaxopharm, der eine weibliche Brust darstellte. Er begann, mit seinen leicht angefeuchteten Zeigefingern genau die Stellen zu umkreisen, wo die Brustwarzen gewesen wären und schenkte dieser Beschäftigung seine volle Aufmerksamkeit.
Doch so leicht liess sich Yasmin nicht abspeisen.

- Herr Doktor. Ich bin wirklich gerne ihre Assistentin. Ich widme mich voll und ganz meiner Arbeit und stehe ihnen, wie sie wissen, auch über das vom Dienstprotokoll verlangte Maß hinaus zur Verfügung. Ich erwarte ein wenig Ehrlichkeit von ihnen. Seit Wochen sagen sie nun schon, wir gehen wieder fliegen, und, und…

Sie mußte sich einige Sekunden lang verlegen räuspern, denn sie war es nicht gewöhnt, dem in ihren Augen omnipotent scheinenden Doktor solche Worte entgegenzusetzen. Der Doktor indes nutzte die kurze Pause geschickt, um von der Brust abzulassen und mit einem der Löffelbiskuits vom Tablett geschwind an der Innenseite ihres rosafarbenen linken Schenkels hinauf bis unter ihren Schwesternfummel zu streichen.

- Na, na, sagte er. Zeigen sie bitte ein bisschen Professionalität. Ich habe mich ihnen gegenüber zu nichts verpflichtet, ausser den vertraglich geregelten Leistungen, die ja wohl in ihrem Fall mehr als großzügig bemessen sind.

Schnell tunkte er den Keks einige Male in ihre Falte, um Yasmin dann mit wedelnden Armen hinauszukomplimentieren.

- So, schnell an die Arbeit meine Liebe, dann gibt’s heute auch früher Feierabend.

Als Yasmin verschwunden war, eilte der Doktor zum Schreibtisch zurück und liess den Biskuit schnell in einer weissen sterilen Arztschale verschwinden, die er dann luftdicht versiegelte und in die Tasche seines Kittels gleiten ließ. Dieser Keks, das wusste er, würde ihm bald noch eine nette Abwechslung bieten. Die restlichen Kekse auf dem Tablett wischte er mit einer schnellen Bewegung in den Papierkorb.
Er griff sich seine Nubukledertasche von Armani und steckte einige der grossen erquickenden Farbaufnahmen von Yolandas Klöpsen hinein. Ausserdem schob er die Bänder mit den Bildern der drei Geheimkameras hinein, holte sich noch eine mittlere Packung Thorazin aus dem Medizinschrank und ging flugs zum Ausgang. Als er an Yasmins Tisch vorbeimarschierte, tippte er Geschäftigkeit vorgebend einige Fantasiezahlen in seinen Taschenrechner ein.

Kapitel 5

Juni 11, 2007

Das kurze Intermezzo mit Frau Siedka hatte dem Doktor kurzweilig die Laune verdorben, weitere Patientinnen zu empfangen. Doch in der dunklen Seite seiner Psyche verlangte es ihn nach der Durchführung seines neuesten Plans. Beim Schnitt der Endfassung des aktuellen „Yasmin und Conny“ Videos (er hatte diese Episode mit einem feinsäuberlich geschriebenen „Würste: best of!“ etikettiert und damit die Reihe „Sekt oder Selters“ beendet) kam ihm ein neues Projekt in den Sinn, dass Befriedigung seiner übermächtigen Triebhaftigkeit versprach. So bat er dann die nächste Patientin herein. Es war Frau Gädecke. Frau Gädecke war eine seiner liebsten Patientinnen. Sie war eine unnahbare Schönheit, groß und blond, mit lasziven Lippen und einem verschlagenen Blick.

- Machen Sie es sich schon einmal bequem, sagte Dose und wies auf den Untersuchungsstuhl, ich komme gleich zu Ihnen.

Er betätigte den kleinen Schalter an der Unterseite seiner Schreibtischplatte, der die Kameras 1, 2 und drei in Betrieb setzte, die sich in der Deckenlampe, dem schwenkbaren Flutlicht und seinem Untersuchungstab befanden.

- Wo tut’s denn weh? Fragte er in einem freundschaftlichen Tonfall.

- Ich benötige lediglich ein neues Rezept für meine Pille.

- Soso, aha. Dose war maßlos enttäuscht. Er überlegte kurz, wie er die Situation dennoch zu seiner Zufriedenheit wenden konnte.

- Hören Sie, Frau Gädecke, nichtsdestotrotz, machen Sie sich doch bitte einmal unten herum frei. Zur Zeit grassiert ein sehr gefährlicher ostasiatischer Scheidenvirus und ich möchte mich zu Ihrer eigenen Sicherheit davon überzeugen, dass Ihnen keine Infizierung droht.

Frau Gädecke wurde sichtlich wütend.

- Infizierung? Was Sie da sagen oder andeuten wollen, überschreitet eindeutig die Grenzen der angebrachten Zurückhaltung. Ich möchte mir solche Mutmaßungen über das Infektionspotential meines Geschlechts doch mehr als verbitten, Herr Doktor. Und wenn ich ehrlich bin, verspüre ich momentan nicht die geringste Veranlassung, mich „unten herum frei zu machen“. Fügte sie spitzzüngig und abweisend hinzu.

Das saß. Er befand sich in einer heiklen und durchaus gefährlichen Situation. Er liebte Frau Gädeckes kleines samtenes Kätzchen. Es war eins seiner liebsten. Er liebte ihren „smell“ (wie er es nannte) und ihre enge rosige Anatomie. Der Verlust ihrer matt perlenden, mutigen kleinen Votze würde ihn schwer treffen, und so bedurfte es jetzt umso mehr äußerster Bedachtheit.

- Frau Gädecke… begann er bedächtig-langsam und versuchte dabei seine Stimme dunkel und vertrauenserweckend klingen zu lassen…Wie Sie wissen, liegen mir alle meine Patientinnen sehr am Herzen. Und Sie ganz besonders, da ich Sie für eine sehr integere Person halte. Meine ärztliche Philosophie und Ethik beruht nicht nur bei Ihnen, sondern bei allen Patienten auf Offenheit, Respekt, Diskretion und vor allem Vertrauen. Ohne Vertrauen geht es doch auch nicht….in keiner Lebenslage, wenn ich das hinzufügen darf. Vertrauen ist vor allem in einem so intimen Verhältnis, wie es das eines Gynäkologen zu seiner Patientin nun einmal ist, gefragt. Ich weiß, dass bei dieser Form der Behandlung Schamgrenzen eine wichtige Rolle spielen und ich respektiere das. Absolut. Das hat etwas mit Verletzlichkeit zu tun. Nichts liegt mir ferner, als jemanden zu etwas zu bewegen, wozu er nicht bereit ist. Ich kann Ihnen nur versichern, das Ehrlichkeit und zurückhaltendes Handeln in den intimen Zusammenkünften zwischen mir und meinen Patientinnen das oberste Credo sind. Ich verbürge mich dafür.

Einige Schweißperlen benetzten seine vom Botox geglättete Stirn. Das war eng gewesen, doch mit dieser grundehrlichen Rede musste er sie einfach überzeugt haben. Um sich dennoch völlig abzusichern, zog er jetzt ein paar fach-chinesische Register, mit denen er normalerweise Patienten mundtot und gefügig machte.

- Frau Gädecke. Ich kann Ihnen das mit dem virus influenza vaginalis forta gerne noch einmal erklären. Zur Zeit grassiert ein immens gefährlicher Scheidenvirus aus China. Er setzt sich zusammen aus den tödlichen Erregern der Vogelgrippe und einer seltsamen, bisher unerforschten vaginal-analen Virus-Art: dem Vilsheimer 3 B! Der Virus überträgt sich durch die Hose hindurch, mit einer Inkubation über Rezeptorenbindung an Aromaträgern. Eine Ansteckung könnte also erfolgen, wenn Sie z.B. in der Straßenbahn auf einem Platz sitzen, auf dem vorher eine infizierte Person gesessen hat. Wie Sie sehen, liegt mir nichts ferner, als Vermutung über ihre libidinösen Aktivitäten anzustellen. Ich bin lediglich um Ihr Wohlergehen besorgt.

- Ja….tut mir leid, Herr Doktor. Wirklich. Ich wusste ja nicht…

- Ach Angelika, ich nenne Sie einfach mal so, ja? Hören Sie, ich kann Sie verstehen. Es gibt auch in unserer ehrbaren Branche ein paar schwarze Schafe, das lässt sich ja nirgends vermeiden. Wenn Sie mir einfach vertrauen.

Er lächelte ihr liebevoll zu, als seine Hand in einen Latexhandschuh glitschte.
Frau Gädecke lehnte sich, durch seine vertrauliche Ansprache beruhigt, nun entspannt zurück und ließ sich bereitwillig vom sanften Druck der Doseschen Zauberfinger die Beine spreizen.

- Machen Sie bitte einmal die Augen zu, murmelte Dose, der mittlerweile mit beiden Händen ihren Schamhügel massierte und immer wieder einen seiner Daumen über ihren Kitzler gleiten ließ. Diese orientalische Technik verhindert Entzündungen im Außenscheidenbereich, sagte Dose, dessen Hose sich vor aufbäumender Geilheit spannte.

Er streichelte einige Minuten weiter an ihrer Muschi herum, bis er merkte, dass sich Frau Gädecke nicht länger gegen die aufkeimende Wonne ehrwehren konnte, die ihr seine gekonnte Massage bereite. Kurz bevor sie zu winseln anfing, stoppte er die sinnliche Rotation seiner flinken Griffel.

- So, Frau Gädecke. Ich werde Ihnen jetzt einen Impfstoff verabreichen, der sich als Serum in dieser Klistierspritze befindet. Bitte entspannen Sie sich jetzt ganz besonders, damit sich die volle Heilkraft in Ihrem Körper entfalten kann.

Dr. Dose nahm die Spritze vom Tablett, in die er kurz vor der Behandlung der Frau Gädecke eine nicht unerhebliche Menge seines fruchtbaren Spermas gefüllt hatte, und spritzte mit einem selbstzufriedenen Schmunzeln auf den Lippen eine satte Ladung kleiner, flinker Doctores in den Lustkanal seiner Vorzugspatientin….

Kapitel 4

Juni 9, 2007

Arnfried hielt, den Jaguar ausrollen lassend wie es die Kinder so liebten, vor dem Gebäude der Grundschule, die nach ihm benannt war, weil er mit seinen finanziellen Unterstützungen einen nicht unwesentlichen Teil der Sanierung ermöglicht hatte.

- Ihr zeigt mir jetzt diesen verfluchten Armenjungen. wies er über seine Schulter hinweg Malte und Markus an, die sich auf der Rückbank herumdrückten.
Dose streifte sich bedächtig seinen schwarzen Falknerhandschuh über.

- Da hinten! Das ist er! schrien Malte und Markus. Der da mit den zerzausten Haaren und den Lumpen an, der ist’s gewesen.

Dr. Dose öffnete just in dem Moment die Tür, als der kleine Basti vorbeischlurfte, sein aus Käse- und Wurstresten bestehendes Frühstück verdrückend.

- Hey du da. Sagte Dose und stieg aus. Wie ist dein Name?

- Sebastian.

- Das ist ein hässlicher Name. Und du bist ein sehr hässlicher Junge. Mann oh Mann. An dir haben deine Eltern sicher keine Freude gehabt. Bist du deswegen im Heim gelandet, du Kanaille? Ist mir auch egal. Dose schlug ihm die schäbigen Essensreste aus der Hand und trat mit seinen Schuhen drauf, so dass ein späteres aufsammeln und verzehren ausgeschlossen war. Dann packte er den kleinen Sebastian an seinen Haaren und bedeutete Malte und Markus den elektrischen Fensterheber zu betätigen.

- Das sind meine beiden prächtigen Söhne, lieber Sebastian. Präg dir das gut ein. Sie haben mir gesagt, dass du sie geärgert hast. Das steht dir nicht zu, und zwar weil du ein armer Furz bist, nicht mehr wert als ein Klumpen Dreck, während wir reiche und angesehene Bürger sind. Meine Söhne werden später Ärzte wie ich und du wirst voraussichtlich deine eigene Scheiße braten, um deinen quälenden Hunger zu stillen. Ich kann das Hartz IV –Stigma schon jetzt auf deiner Stirn leuchten sehen. Los Jungs, spuckt ihn an.

Dr. Dose hielt mit seinem Handschuh das Haar des kleinen Sebastian fest umgriffen, während Malte und Markus kräftig in sein weinendes Gesicht spuckten. Dose trat ihn abschließend mit seinen sündhaft teuren Manolo Blahnok Schuhen ins Steißbein, so dass Sebastian mit dem Gesicht voran in den Rinnstein fiel und sich dabei eine unschöne Schürfwunde einfing.

Diese kleine Auseinandersetzung versetzte Dose in eine euphorische Stimmung, so dass er bester Dinge in seinen Praxisräumen ankam, fröhlich ins Wartezimmer grüßte und in sein Arbeitszimmer entschwand. Er drückte auf die Sprechanlage und befahl Conny, die erste Patientin hereinzubeten. Als Frau Siedka in das Behandlungszimmer schlich, versuchte Dr. Dose erst gar nicht seinen Ekel zu verbergen. Frau Siedka war eine hässliche, alte, arme Frau, die er schon seit Jahren aus seinem Patientenstamm zu streichen gedachte. Sie setzte sich ihm gegenüber in den braunen Schalensessel. Dr. Dose gab seinem kleinen silbernen Kugelspielchen auf dem Schreibtisch einen leichten Stoß, sodass es sich in Bewegung setzte.

- Ja, bitte…

- Ohh, Herr Doktor. Mich juckt es seit dem Wochenende ganz entsetzlich in der Vagina. Können Sie sich das bitte angucken.

Dr. Dose biß sich kurz auf seine Unterlippe, pustete seine Backen auf und entließ die Luft mit einem leisen gepressten Schnaufen.

- Tut mir leid. Ich kann leider nichts für Sie tun, Frau….er blätterte absichtlich in der Krankenakte, um ihr zu bedeuten, dass er es nicht für nötig hielt, ihren Namen zu kennen. Die zwei Zettel der Akte Siedka waren vollgekritzelt mit flüchtigen, abfälligen Zeichnungen ihrer Speckwülste und ihres verwarzten Gesichts.

- Lassen Sie sich doch bitte von Schwester Conny an einen anderen Gynäkologen überweisen. Ich habe in diesem Gebiet wenig Erfahrung, und ich möchte es Ihnen und mir ersparen, ihre Scheide (er bemühte sich, dieses Wort nicht allzu angewidert auszusprechen) zu untersuchen.

Frau Siedka schien nicht recht zu verstehen und blieb eine Weile sitzen.

- Frau…..Siedler (Dose nannte absichtlich einen falschen Namen, um diese unangenehme Situation zu Ende zu bringen. Wenn Sie dann bitte….die Tür befindet sich….Viel Glück!

Nachdem er diese unappetitliche Szene gemeistert hatte und die Akte von Frau Siedka durch seinen kleinen Schredder jagte, lehnte er sich zurück, um entspannt eine seiner kubanischen Zigarren zu entflammen.

- Schwester Conny. Können Sie bitte mal kurz kommen. Sagte er in die Gegensprechanlage.

Conny steckte ihre Stubsnase zur Tür herein.

- Ja, Doc?

- Schließen Sie die Tür hinter sich! schnauzte er sie an.

Dose liebte es, seinen Untergebenen gegenüber herrisch aufzutreten und sie zu demütigen. Das stärkte sein Selbstvertrauen und gab ihm ein gutes Gefühl der Unbezwingbarkeit.

- Verflucht noch mal. Wie konnten Sie es versäumen, Frau Siedka aus der Kartei zu streichen. Ich habe Ihnen schon mehr als tausendmal die Richtlinien für die Annahme von Patienten erklärt. Keine Armen! Keine Hässlichen! Keine ekligen Krankheitsfälle! Dose steigerte sich in Rage. So bescheuert kann man doch gar nicht sein. So saudumm! Mann oh mann. Du hast wirklich nur Stroh in deinem Kopf. Ich sollte dich entlassen… Auf deinen Platz warten da draußen hunderte, ist dir das eigentlich klar?! Verfluchte Scheiße! Sowas saudummes!

Er schüttelte kräftig seinen Kopf und tippte sich dabei an die Stirn.
Dose liebte den Moment, in dem diesen jungen Hüpfern die Röte ins Gesicht und die Tränen in die Augen schossen. Er liebte ihre Unsicherheit, ihre Angst und seine Macht. Er hatte sie alle in der Hand. Weinten sie, war der nächste Schritt, sie zu trösten, um sie noch enger an sich zu binden. Er war perfekt in der abwechselnden Anwendung von Zuckerbrot und Peitsche. Er wischte Conny mit seinem gebräunten Handrücken die Tränen aus den Augenwinkeln und nahm sie auf seinen Schoß.

- Hey…hauchte er. Ist doch nicht so schlimm. Weine nicht, meine Liebe. Er küsste ihr Gesicht und grapschte nach ihren schweren Brüsten. – Hör mal. Nimm dir doch eine Stunde frei und geh ein bisschen spazieren. Nachher lad ich dich zum essen ein und dann könnten wir ja noch einen Drink zu uns nehmen…im Hilton zum Beispiel.

- Oh Doc! Wirklich?

- Oh ja. Wirklich, meine süße Conny. Du kennst mich doch, ich kann dir einfach nicht lange böse sein. Er küsste ihre Stirn und schob sie sanft von sich.
So, jetzt muß ich aber wieder. Rufen Sie bitte die nächste Patientin herein, ja? zwinkerte er ihr mit seiner angenehm verschwörerischen Art zu, die die Girls verrückt machte….

Kapitel 3

Juni 7, 2007

Auf der Designeruhr sah der Doktor, daß es schon nach zwei Uhr morgens war.

- Zeit für mein verborgenes Zweitleben, dachte er.

Mit einem Seitenblick versicherte er sich, dass Luise fest schlief. Vorsichtig erhob er sich von dem satinbezogenen Bett und schlich zu dem grossen Bücherregal mit den ledergebundenen Klassikern, welches die Nordseite des Doseschen Schlafgemachs einnahm. Er nahm die Erstausgabe von Tolstojs Idiot aus einem der Regale und drückte auf den unscheinbaren Knopf, der sich dahinter verbarg. Zischend öffnete sich eine Tür neben dem Regal, die Dr Dose mit einem Schritt in sein Zweitleben führte.

Er ließ sich an dem schweren Mahagonischreibtish mit den beiden Bildschirmen nieder, holte die Ätherflasche hervor und nahm einige tiefe Züge. Die benebelnden Dämpfe schlugen in sein Gehirn ein und ließen den Doktor für einige Augenblicke unkontrolliert zucken und kichern. Als der erste Rausch ausgeklungen war und sich in seinem Körper eine sanfte Betäubung ausgebreitet hatte, holte er aus einer Schublade die Videokassette mit dem Aufkleber „Yasmin und Conny“ heraus und schob sie in den Rekorder. Auf den Bildschirmen erschien in stereo das Bild der versteckten Überwachungskamera, die er in der Toilette seiner Praxis angebracht hatte. Dose war eines Tages auf die Idee gekommen, in mühevoller Kleinarbeit sämtliche Clips zusammen zu schneiden, die seine knackigen beiden Praxisbienen während ihrer Pinkelpausen zeigten, wie sie dezent ein oder zwei Diätwürstchen in die Schüssel kniffen. Dr Dose war scharf auf den heißen Stoff. Schwer atmend langte er zur Fernbedienung um vorzuspulen und sah im Zeitraffer Egon, den winzigen Spangenjungen nervös einen für seine Verhältnisse riesigen Schiss in die Schüssel trompeten.

- Verdammt! entfuhr es Dose. Was macht der kleine Spangenscheisser auf meinem ‚Greatest Hits‘ Video? Das kann doch nicht wahr sein!

Nervös spulte er zurück. Das musste ihm letztens passiert sein, als er das neue Material der letzten Tage gesichtet hatte und vor Erschöpfung eingeschlafen war. Egon hatte wohl auf dem Weg zu der Zahnarztpraxis im zweiten Stock des Altbaus in dem Dose seine Praxis hatte einen kleinen Abstecher gemacht. Und es hatte allem Anschein nach schwer nach Zahnarztfurcht gestunken. Wahrscheinlich hatte er das Material versehentlich überspielt. Dose machte sich eine gedankliche Notiz, dem kleinen Stinker mal gehörig in die Suppe zu spucken.

- Das wollen wir ja mal sehen, ob du dich wohl noch mal in meine Praxis traust und meine Meisterwerke verhunzt, murmelte er.

Seine Geheimidentität zollte ihren Tribut, das war ihm in letzter Zeit schon öfter aufgefallen. Er war oft müde. Als er mit Markus neulich geflogen war, war er sogar eingenickt. Trotzdem wurde es auch heute abend wieder spät. Das neue Videomaterial hatte es in sich. Sein schmieriges Lachen hallte von den schweren Wänden seines geheimen Arbeitszimmers wider. Der Doktor fühlte sich wie ein blubbernder Spermagott.

Als Dose am nächsten morgen sein drittes Frühstücksei aufklöppelte und nebenbei in der Times las, die er abonniert hatte, weil er der deutschen Presse nicht traute, sagte Malte:

- Ich mag nicht zur Schule Papa. Der blöde Basti ärgert mich immer.

- Wie bitte?! Dr Dose schaute leicht irritiert von seiner Zeitung auf.

- Da ist so ein Junge der ärgert mich immer, jammerte Malte

- Das geht so nicht weiter. Niemand ärgert meine Kinder. Ich werde mir den
Vater auf dem nächsten Elternabend mal vorknöpfen, sagte Dose seinen Ohren nicht trauend.

- Aber der hat gar keinen Papa, sagte Markus. Der wohnt doch im Waisenhaus.

- Umso besser, sagte Dose nach kurzem Nachdenken. Dann kaufe ich das Waisenhaus und schmeiß ihn raus. Merkt euch das Jungens: Wir sind was besonderes. Wir haben Geld und mit uns legt sich keiner an.

Triumphierend schnappte sich Dose noch ein Ei und wandte sich wieder seiner Zeitung zu.


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